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| Shortrack-EM begeistert Publikum |
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| Geschrieben von: Matthias Opatz |
| Sonntag, den 24. Januar 2010 um 01:19 Uhr |
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1400 begeisterte Zuschauer erlebten am Sonabendabend alles, was Shorttrack zu bieten vermag: Tempo, Tränen und Triumphe; Spannung, Show und Spitzensport. Erst lief Susanne Rudolph (Grafing) ins 500-Meter-Finale (Platz vier), dann liefen sowohl die Damen- als auch die Herrenstaffel in Gänsehaut-Halbfinals in den Endlauf am Sonntag, wo es um die Europameistertitel geht. In der Mehrkampf-WM-Wertung liegen Paul Herrmann (Dresden) sowie Rudolph jeweils auf platz sechs. Die Streckensiege über 500 Meter holten sich Titelverteidigerin Arianna Fontanna (Italien) sowie der Franzose Maxime Chataignier.
Am Ende gab es von den Fans stehenden Applaus und Gesänge für die deutschen Staffeln. Zum Abschluss war wie am Vortag Schlussläufer Paul Herrmann der Held des Abends, denn er lief quasi auf der Zielgeraden an den noch eine Runde zuvor mit runden fünf Metern führenden Franzosen vorbei. 6:44,617 Minuten zeigte die Anzeigetafel für die DESG-Mannschaft mit Herrmann, Tyson Heung, Robert Seifert (alle Dresden) und Sebastian Praus (Mainz) − Deutscher Rekord! Das Quartett verbesserte die nationale Bestmarke, den es erst zwei Monate zuvor beim Weltcup in Marquette aufgestellt hatte. Bis etwa zur Hälfte der 5000-m-Distanz −mithin 45 Runden − hatten sich Frankreich, Russland und Deutschland einen Dreikampf auf Augehöhe geliefert, ehe die Russen das hohe Tempo nicht mehr halten konnten. Dann wechselten sich die Deutschen und die Franzosen mit der Führung ab. Obwohl auch Platz zwei zum Erreichen des Finales gelangt hätte, wollte es Paul Herrmann unbedingt wissen und griff am Ende noch einmal an. »Das ist ganz einfach wichtig für das Selbstvertrauen, dann wissen wir, dass wir sie auch morgen schlagen können«, sagt Herrmann. Gefragt, woher er am Ende eines harten Wettkampftages und eines unglaublichen Staffelrennens die Kraft für so einen Antritt hernimmt, meinte der 24-Jährige: »Das ist mehr Wille als Kraft. Man ist nach vier Wechseln schön völlig platt, das waren alle, aber der unbedingte Siegeswille und das unglaubliche Publikum machen sowas einfach möglich.« Undenkbares möglich gemacht hat auch Susanne Rudolph. »Das war mein erstes Einzelfinale in einer internationalen Meisterschaft. Klar, die Holzmedaille ist natürlich immer ärgerlich, aber wenn mir einer gesagt hätte, dass ich ins Finale komme, hab ich es mir nicht vorstellen können. Nachdem ich erfahren haben, dass die Olympiatür zu ist, war ich nahe dran, alles hinzuschmeißen. Ich brauchte die zwei Wochen über die Feiertag, um das zu verdauen. Dann konnte ich mich doch neu motivieren.« Im Viertelfinale hatte Rudolph noch Glück, als sie von einer Rangelei zwischen Valcepina (ITA, danach weitergesetzt) und Windisch (AUT, danach disqualifiziert) profitierte, setzte sie sich im Halbfinale zwar knapp, der taktisch unglaublich clever im Kampf um Platz zwei durch. Im Endlauf verpasste Susanne Rudolph in der ersten Kurve eine gute Ausgangsposition und hatte bei hohem Tempo keine Chance mehr, von Platz vier nach vorn zu laufen. Nach fünf Runden über 500 Meter schonte Bundestrainer Éric Bédard im Staffel-Halbfinale auf die Grafingerin und setzte auf die drei Dresdnerinnen Christin Priebst, Bianca Walter und Julia Riedel sowie die Rostockerin Aika Klein. Doch schon nach zwei Runden stürzte Julia Riedel und die DESG-Mannschaft hatte eine halbe Runde Rückstand auf die führenden Teams der Niederlande und Polens. Doch die Deutschen kämpften sich Meter um Meter wieder heran, und ausgerechnet Pechvogel »Rapunzel« (bezogen auf Julia Riedels langen Zopf) gelang dann auch in Runde 19 (von 27) an den Polinnen vorbeizuziehen − als Zweite stehen auch die deutschen Damen im Finale und laufen am Sonntag mit um die Medaillen und den EM-Titel. »Ich bin unheimlich froh, dass ich mein eigenes Missgeschick auch selber wieder ausbügeln konnte«, meinte Julia Riedel nach dem Rennen, »bevor der Sturz passierte, sah ich, wie die Bulgarinnen ziemlich raumgreifend wechselten, und ich wusste nicht, ob ich nach links oder rechts ausweichen sollte. Dann war’s passiert.« Im gleichen Moment dachte Aika Klein nur »Neiiiiiin! Auch das noch!« Die Rostockerin hatte schon in ihrem 500-m-Rennen kein Glück und ist unheimlich froh, dass die Staffel doch noch ins Finale gekommen ist. »Jetzt laufen wir morgen um den Titel. Und mal sehen, ob bei mir über 1000 Meter noch was geht. Mit meinem Einzelergebnis bin ich bis jetzt noch gar nicht zufrieden.« Im Endlauf treffen die deutschen Damen am Sonntagnachmittag auf die Olympiateilnehmer Ungarn und die Niederlande sowie auf Russland. Die ebenfalls für Vancouver qualifizierten Italienerinnen sind nach selbstverschuldetem Sturz im Halbfinale ausgeschieden. Die deutschen Männer treffen im Finale auf Italien, die Niederlande (beide ebenso wie Deutschland in Vancouver dabei) und Frankreich. Los gehts am Sonntag mit den 1000 Metern (Vorläufe ab 12 Uhr, Viertelfinale ab 13.30 Uhr), danach laufen die besten acht im Mehrkampf das 3000-m-Superfinale, in dem es die letzten Punkte um die EM-Entscheidung zu holen gibt. Abschluss und Höhepunkte sind die Staffel-Endläufe. |
| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 24. Januar 2010 um 01:35 Uhr |
Termine / Dates
- 21.01.2010 - 21.01.2010 | 08.30 Training EM 2010
- 22.01.2010 - 22.01.2010 | 11.00 EM 2010 Vorrunden ...
- 22.01.2010 - 22.01.2010 | 17.30 EM 2010 Eröffnung...

