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Die 14. Shorttrack-Europameisterschaften erlebten am Freitagabend einen stimmungsvollen Auftakt in der Freiberger-Arena in Dresden. Höhepunkt war der 4. Platz von Lokalmatador Paul Herrmann im 1500-m-Finale. Wenig später lief Herrmann zum Jubel der begeisterten Zuschauer die deutsche Staffel in ihrem Vorlauf auf Platz eins und ins Halbfinale am Sonnabend. Die deutsche Damenstaffel steht (kampflos) ebenfalls im Halbfinale.
Der 24-jährige Paul Herrmann vom einheimischen EVD hatte bereits im Vorlauf und Halbfinale überzeugt und verpasste in seinem ersten großen internationalen Endlauf nur knapp das Treppchen. In der Schlussrunde setzte er gegen den Holländer Niels Kerstholt innen zum Überholen an und war ausgangs der Geraden fast vorbei − aber eben nur fast. Er wollte kein Risiko eingehen (sprich eine Disqualifikation wegen Behinderung) und zog zurück. »Ärgerlich, das war von mir ein taktischer Fehler«, sagte Herrmann nach dem Rennen, »ich hätte besser außen vorbeigehen sollen, ich glaube, da wäre ich noch vorbeigekommen. Kraft hatte ich noch genug.« Den Streckensieg holte sich Titelverteidiger Nicola Rodigari (Italien) vor Thibaut Fauconnet (Frankreich) sowie Kerstholt. Aber auch als Vierter hat Herrmann eine feine Ausgangsposition im Kampf um die Mehrkampf-EM-Entscheidung.
Im Vorlauf für die 5000-m-Staffel machte es der Dresdner besser. Das DESG-Quartett mit Robert Becker, Robert Seifert (beide Dresden), Sebastian Praus (Mainz) und ihm hatte lange geführt, ehe die Russen einen Strauchler der Deutschen ausnutzten und vorbeigingen. Zwär wären die Deutschen auch als Zweiter sicher im Halbfinale gewesen, doch Schlussläufer Herrmann wollte den Sieg, was ihm mit einem beherzten Angriff über außen auch gelang. »Schließlich wollen wir ins Finale«, sagt Herrmann, »und als Vorlaufsieger bekommen wir eine bessere Ansetzung im Halbfinale.«
Kurz vor dem Einzug ins Finale stand auch Susanne Rudolph aus Grafing. Nachdem sie den Vorlauf souverän gemeistert hatte, lief sie ihr Halbfinale lange von hinten, um dann Platz für Platz nach vorn zu gehen. Im Kampf um Platz zwei kam sie unverschuldet zu Fall. »Ich bin ja eigentlich eine Sprinterin, deshalb ist es klug am Anfang Körner zu sparen für die entscheidenden Angriffe«, sagte die 28-jährige Bayerin, »nach der Behinderung hatte ich auf ein Weitersetzen gehofft, aber leider vergeblich. Trotzdem waren das die besten 1500 Meter meiner Karriere.« Auch wenn am Ende sturzbedingt “nur” Platz 12 im Streckenprotokoll auftaucht.
Weniger zufrieden waren hingegen Aika Klein (Rostock) und Tyson Heung (Dresden). Die Rostockerin war schon nur knapp ins Halbfinale gekommen (als letzte der vier Zeitschnellsten Dritten) und lief dort zu lange am Ende des Feldes, als dass sie bei steigendem Tempo noch hätte nach vorn laufen können. »Eigentlich sind die 1500 Meter meine Lieblingsstrecke«, meinte Klein, »aber manchmal denke ich zuviel nach und mache taktische Fehler. Das war heute jedenfalls nicht mein Tag.« Dennoch steht Platz zehn für sie im Streckenklassement zu Buche, das Europameisterin Arianna Fontana (Italien) vor Elise Christie (Großbritannien) und Jewgenia Radanowa (Bulgarien) für sich entschied.
Tyson Heung hatte seinen Vorlauf souverän absolviert, kam aber im Halbfinale nicht rechtzeitig zum Zuge. Als er in der letzten Runde stürzte (und mit Platz sieben vorlieb nehmen musste), war der Finaleinzug bereits nicht mehr greifbar. Seine Streckenplatzierung: Rang 18. »Ich bin sehr unzufrieden, morgen will ich auf jeden Fall mehr zeigen«, sagte der Deutschkanadier, der sein Abschneiden auch nicht auf die Magen-Darm-Probleme schieben wollte, die ihn bis einen Tag vor dem Start geplagt hatten. |